Johann Gottfried Borlach 1687 - 1768 alte Saline in Artern » Gästebuch                

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  Rund 300 Meter tief in der Erde erstreckt sich über 120 m das historische Erbe der Stadt Artern – ein Steinsalzlager, dessen Salze sich im Grundwasser lösen und im hiesigen Salztal als Solequelle zutage treten.
Schon in vorgeschichtlicher Zeit haben sich Menschen bedingt durch das natürliche Salzvorkommen an der Solquelle angesiedelt.
Im Mittelalter begannen die Menschen, jenes Salz durch ausgeklügeltere Siedeprozesse zu gewinnen. Mehr als 20 Siedehütten (Koten) standen zu dieser Zeit an der Talsaline (Saline = Salzgarten).
Urkundlich wird das Arterner Salzwerk jedoch erst 1477 in einer Teilungsurkunde erwähnt und bestimmt, die Arterner Saline verbleibe im gemeinschaftlichen Besitz der Grafen zu Mansfeld und der Grafen zu Hohnstein, während andere Ländereien und Güter aufgeteilt wurden. Diese wiederum veräußerten Anteile der Salzsiederei. So besaß im Jahr 1521 auch die Stadt Artern Anteile.
1570 in einem heißen, trockenen Sommer fiel das Arterner Salzwerk jedoch einer Feuersbrunst zum Opfer, die sämtliche, damals strohgedeckten Siedehütten vernichtete, die hernach nur teilweise wieder aufgebaut wurden. Häufig wechselten zu dieser Zeit die Anteile ihre Besitzer, verbunden mit Streitigkeiten und Prozessen, bis der Salinist Dr. Kandler aus Nürnberg schließlich den Hauptanteil an der Salinengewerkschaft erwarb.
  Zusammen mit dem einzig weiteren Anteilseigner Heinrich von Clausbruch, einem Leipziger Groß- händler, veräußerten sie das Salzwerk im Jahre 1580 an den sächsischen Kurfürsten August I für 40.000 Gulden.
22 neue Siedehütten ließ Kurfürst August I daraufhin errichten und das Salinegelände in Form eines Fünfecks ummauern.
Die Grafen von Schwarzburg, Besitzer der Saline im nahen Frankenhausen, versuchten in den Folgejahren die Arterner Saline zu kaufen, die ihnen als unmittelbare Konkurrenz ein Dorn im Auge war.
Kurfürst August I
1585 erwarben sie die Artener Saline schließlich und stellten den hiesigen Siedebetrieb ein, veräußerten alle Gerätschaften und ließen Siedehütten und Brunnenhaus verfallen. Bis ins 18. Jhd. hinein wurden alle Interessenten, die das Arterner Salzwerk wiederbeleben wollten, von den Schwarzburger Grafen abgewiesen.
Quell-Literatur: "Die Artener Saline" vom Thomas Zunkel
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